Villa Krach – Mädchen*festival

Wir verwenden die Begriffe Frau* und Mädchen*, um explizit darauf hinzuweisen, dass es sich hierbei um gesellschaftlich hervorgebrachte Kategorien handelt.

Unser Selbstverständnis

Mit unserem Festival möchten wir allen Beteiligten positive und bestärkende gemeinsame Erfahrungen ermöglichen. Ein Tag voller Spaß und schöner Momente soll uns stärken. Dieser kann uns zeigen, dass wir nicht alleine sind bei der alltäglichen Konfrontation mit sexistischen, frauen- und transfeindlichen und anders diskriminierenden Angriffen.
Dennoch wissen wir, dass ein „we can do it!“ nicht ausreicht. Für uns ist klar, dass die Gesellschaft, in der wir leben unsere Möglichkeiten einschränkt und uns einiges sogar verwehrt bleiben. Um diese Schranken zu überwinden reicht individuelles Empowerment nicht aus, sondern dafür muss eine gesellschaftliche Veränderung herbeigeführt werden. Dies wollen wir auch den Mädchen* gegenüber nicht verschweigen. Viel wichtiger ist es, genau diese Zwänge, Schwierigkeiten und Ungleichheiten, auf die Mädchen* und Frauen* stoßen, zu thematisieren und zu kritisieren. Das „Normale“, also heteronormative Strukturen und geschlechtsspezifische Rollenbilder, soll realistisch betrachtet und hinterfragt werden. Dazu gehört auch, dass wir uns (Organisatorinnen*, Referentinnen*, Helferinnen) authentisch in unserem Frausein mit den eigenen Widersprüchlichkeiten, Grenzen, Privilegien und „Errungenschaften“ zeigen. Bei alldem sind wir uns darüber im Klaren, dass nicht alle Mädchen* und Frauendie gleichen Erfahrungen machen. Mädchen und Frauen* aus armen Familien haben andere Probleme als Mädchen* und Frauen*, die mit Rassismus zu kämpfen haben, oder Mädchen* und Frauen*, die trans sind. Mädchen* und Frauen* sind so unterschiedlich, wie es Menschen im Allgemeinen sind. Was jede* Einzelne unter „Mädchensein“ bzw. „Frausein“ versteht, ist vielfältig. Wir können uns darüber austauschen und neue Seiten kennenlernen. Gleichzeitig sind Mädchen* und Frauen* jedoch alle den gleichen Zwängen in der Gesellschaft ausgesetzt, unabhängig von ihrem eigenen Bild von Weiblichkeit. Das vereint uns zum gemeinsamen Kampf gegen patriarchale Strukturen in der Gesellschaft sowie in den Köpfen unserer Mitmenschen.

Wir möchten mit unserer Veranstaltung die Interessen der Mädchen* ansprechen, das bedeutet, dass wir auf ihre Lebensrealitäten und Wissenskontexte eingehen und diese kennenlernen wollen. Wir wünschen uns, dass die Mädchen* sich einbringen und austauschen können und ihre Lebenswirklichkeiten ernst genommen werden. Bei der Veranstaltung geht es uns nicht darum den Teilnehmerinnen* den Erwerb von Kompetenzen zu ermöglichen, die gesellschaftlich erwartet oder belohnt werden. Unser Anliegen ist es dem Ausprobieren und Entfalten der eigenen Persönlichkeit Raum zu geben. Die Teilnehmerinnen* sollen die Möglichkeit bekommen sich mit ihren Wünschen und Potentialen auseinanderzusetzen. Dafür sollen die Workshops Spiel-, Handlungs- und Möglichkeitsräume eröffnen. Statt zielorientierten starren Formaten wünschen wir uns möglichst prozessoffene Angebote, in denen auch flexibel auf aktuelle Bedürfnisse und Störungen reagiert werden kann.
Wir möchten Solidarität leben und vermitteln. Das bedeutet für uns, dass wir einander mit Respekt und Rücksicht begegnen. Auch Reibungen und Konflikte haben ihre guten Gründe. Diese offenzulegen, um gemeinsam Lösungen für das Miteinander zu finden, hat Priorität. Den Imperativen von Wettbewerb, Leistungsgesellschaft und Selbstoptimierung stellen wir ein solidarisches Miteinander gegenüber in dem jede* so sein darf so sein, wie sie sich fühlt. Das Ziel unseres Festival ist es, vielfältige Formen gemeinsamer Erfahrungen, Gespräche, Lernprozesse, Quatschaktionen, Genussmomente entstehen zu lassen.

Wer wir sind?

WIR sind ein Kollektiv (aus Frauen* und Mädchen). Wir sind zur Schule gehende, arbeitende mit und ohne Lohn, studierende und freizeitliebende Mädchen und Frauen*, die sich aktiv mit der Welt in der wir leben auseinandersetzen, sie analysieren und kritisieren. Wir wollen Zustände von Ausgrenzung, Benachteiligung und Diskriminierung jeder Art sichtbar machen und diese in jedem Bereich unserer Gesellschaft abschaffen.
Unser Kollektiv setzt sich aus Menschen zusammen, die sich aktiv bei “Die sozialistische Jugend- Die Falken” und dem “Spielmobil Falkenflitzer.” einbringen und beteiligen.
Die Sozialistische Jugend – Die Falken ist ein unabhängiger und selbstorganisierter politisch-pädagogischer Kinder und Jugendverband. Teilhabe Aller, Mitbestimmung und Selbstorganisation sind grundlegende Prinzipien unserer Arbeit. Wir wollen eine sozialistische Gesellschaft in der Konkurrenz, Rassismus, Nationalstolz, Antisemitismus, Diskriminierungen aufgrund von Herkunft oder Geschlecht keinen Raum haben. Deshalb können sich junge Menschen bei uns ohne Zwang mit ihrer Umwelt und ihren Lebensumständen auseinandersetzen.
Das Team des Falkenflitzers arbeitet für die Kinder und Jugendlichen und setzt sich für ihre Interessen ein. Die Mitarbeitenden achten jedes Kind in seiner Menschenwürde und stärken es mit all ihren Kräften. Dabei stehen Respekt, Toleranz, Gewaltfreiheit, Mitgefühl und Freundlichkeit an erster Stelle.