Der Landesausschuss vom 23.09.2015 beschloss folgende Positionierung:

Die Hamburger Falken solidarisieren sich mit der Gruppe Romano Jekipe ano Hamburg (Vereinigte Roma Hamburg). Wir unterstützen die Forderungen nach einem Bleiberecht und die sofortige Abschaffung des Konstruktes der sicheren Herkunftsländer.

Seit einer Woche befindet sich die Gruppe Romano Jekipe ano Hamburg im Michel. Rund vierzig Menschen, darunter einige Kinder fanden im Gemeindehaus einen vorläufigen Schutzraum vor Abschiebung, die ihnen nach einem Bescheid durch die Ausländerbehörde, bevorsteht.

Demnach sollen alle Personen in den kommenden Tagen nach Mazedonien, Bosnien-Herzegowina, Serbien und in den Kosovo abgeschoben werden.

Ein Teil der ursprünglich größeren Gruppe wurde bereits in der vergangenen Woche abgeschoben.

Der Gruppe droht in den jeweiligen Herkunftsländern strukturelle Diskriminierung, die mitunter lebensbedrohlich ist. Die Diskriminierung ist vielschichtig und verunmöglicht es den Betroffenen ein Leben in Würde zu führen. Ihren Ausweg sehen viele Roma in der Flucht.

Medial und politisch werden insbesondere in der aktuellen Situation, in der viele Menschen Schutz in Deutschland suchen, Flüchtlingsgruppen, zunehmend nach ihrer jeweiligen Herkunft, gegeneinander ausgespielt. Es wird ein Bild von guten und schlechten Geflüchteten gezeichnet, das dazuführt, dass das Leid einzelner verschwindet. Gerade Roma werden bereits seit langem als Last betrachtet, deren Motivation zur Flucht von vielen als unbegründet angesehen wird. Unterstützt wird diese rassistische Betrachtungsweise der Fluchtursachen mit einer erneuten Diskussion über die Ausweitung der Liste der sicheren Herkunftsländer um Montenegro, Kosovo und Albanien.

Die Klassifizierung von Flüchtlingsgruppen, sowie die Einrichtung von gesonderten Lagern für Asylbewerber*innen aus den Balkanstaaten verurteilen wir. Der Rassismus und die Erniedrigung, die Roma in ihren Herkunftsstaaten erleben, wird hier von staatlicher Seite fortgeführt und bestärkt die Positionen der sogenannten „besorgten Bürger“ und rechten Gruppierungen, die Woche für Woche vor Unterkünften ihre rassistischen Positionen vertreten und Angriffe auf Geflüchtete und Unterkünfte durchführen.