Liebe Genoss*innen,

wir möchten euch als Landesvorstand darüber informieren, wie wir die nächsten Wochen das Verbandsleben gestalten wollen. Als linker Kinder- und Jugendverband ist es uns besonders angesichts der aktuellen Entwicklung der Corona Pandemie wichtig solidarisch miteinander zu sein und für Probleme kollektive Lösungen zu finden. Auch wenn geplante Maßnahmen, Gruppenstunden etc. nicht wie gewohnt stattfinden können, möchten wir uns doch explizit dazu ermuntern, füreinander da zu sein, aufeinander zu achten und uns gegenseitig zu unterstützen.
Wer dringend Hilfe braucht (z.B. Kinderbetreuung) kann sich an das Landesbüro wenden, wir werden versuchen uns gegenseitig zu unterstützen. Wir denken, dass es sinnvoll ist das alltägliche Leben in einem „Nahkollektiv“ zusammen mit unseren Mitbewohner*innen und Nachbar*innen zu organisieren.
Es bereitet uns Sorgen, wie die Situation politisch ausgeschlachtet werden kann und z.T. schon wird. Wir beobachten seit einigen Tagen eine Diskursverschiebung weg von gesellschaftlichen Auseinandersetzungen und hin zu einer ausgeprägten Berichterstattung über das Coronavirus, das scheinbar gerade recht kommt, um neoliberale Regelungen des Arbeitsmarktes beinahe lautlos vorzunehmen und eine ausgesprochen unternehmerfreundliche Politik zu fahren. Dadurch dass unsere politische Arbeit gerade nicht in gewohnter Form stattfinden kann, fällt es zudem schwerer, sich gemeinsam dagegen zu organisieren. Wir möchten deswegen dazu ermuntern gerade diese Aspekte auf dem Schirm zu haben und kritisch zu betrachten.
Auch ist es in der gegenwärtigen Informationsflut nicht einfach die Übersicht zu behalten und Nachrichten auf deren Wahrheitsgehalt hin zu prüfen, wir möchten versuchen vertrauenswürdige, gute Infos und Quellen miteinander zu teilen.

Konkret für unsere pädagogische und politische Arbeit haben wir überlegt, dass wir nicht alles auf Pause setzen wollen, sondern lieber schauen möchten, wie wir in Kontakt bleiben können, uns vielleicht in kleinen Gruppen und mit den Menschen, die wir sowieso sehen zu treffen und über Skype etc. weiter zusammen zu arbeiten.

  • Das Mädchen-Wochenende wird verschoben und soll im Idealfall noch vor dem Sommer nachgeholt werden.
  • Das SJ Seminar soll ebenfalls verschoben werden und zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Hier möchten wir gern darüber nachdenken, wie die inhaltliche Planung in den nächsten Wochen weitergehen kann.
  • Die Gruppenstunden können unserer Meinung nach bis mindestens Ende April nicht in gewohnter Form stattfinden. Wir fänden es toll, wenn sich Möglichkeiten finden lassen, dennoch in Kontakt zu bleiben. Besprecht euch mit eurer Gruppe und euren Co-Helfis, fragt bei Bedarf eure Genoss*innen nach kreativen Ideen zu „dezentralen“ Gruppenstunden.

Bei einem ersten Austausch fielen uns Möglichkeiten, wie jede*r beschäftigt sich zuhause mit einem Thema und Ergebnisse (Bilder etc.) werden in der Gruppe geteilt, kollektives Texteschreiben über Pads, gemeinsame Listen mit Texten/Dokus/Filmen/Podcasts über die sich ausgetauscht werden kann, eine gemeinsam erstellte Rezepte Sammlung, Spielesammlungen erstellen, Auseinandersetzung mit dem eigenen Stadtteil, etc.. Wir haben damit angefangen und die Quarantäne Playlist „All In This Together“ erstellt.

  • Die AG-Treffen, Zeltlagervorbereitungen, Fruppe und SJ-Plenum sollen nach Möglichkeit stattfinden. Wie genau möchten wir gemeinsam überlegen.  Auch hierfür können neben Skype/Telefonkonferenzen und diversen Online-Tools, die oben genannten Ideen hilfreich sein.
  • Den Landesausschuss möchten wir noch nicht absagen, sondern hoffen, dass er wie geplant am 25.4 stattfinden kann.
  • Die LV-Camp Vorbereitung muss auch anders als geplant stattfinden. Wie genau, werden wir im Laufe der nächsten Woche in Absprache mit den Bildungsreferent*innen überlegen.

Auch das Landesbüro wird für euch telefonisch erreichbar bleiben.

Bleibt gesund <3

Freundschaft!

Euer Landesvorstand

Unser Umgang mit der Ausbreitung des Corona-Virus