Respekt* 7

Bericht über die antirasstischen Aktionstage im Kölibri


Das Respekt-Team hat sich genau wie letztes Jahr viel Mühe gegeben, eine Atmosphäre zum Wohlfühlen zu schaffen. Es gab leckeres Essen, nette Leute und eine tolle Auswahl an Workshops.

Ich konnte mich kaum entscheiden, welchen Workshop ich nun am liebsten besuchen wollte. Schließlich entschied ich mich für den Workshop „Alltagsrassismus und rechte Parolen aushebeln“. Der Workshopselbst war ziemlich interessant. Wir lernten, wie wir auf rassistische Äußerungen reagieren könnten, zum Beispiel durch Lachen, also keinen Respekt gegenüber der Aussage zeigen oder an Unmenschlichkeiten von früher erinnern. Außerdem wurden rassistische Äußerungen in drei ineinander übergreifende Kategorien unterteilt: rassistische Alltagssprache, Vorurteile und Feindbilder. Zum Schluss befassten wir uns noch mit dem Thema Zivilcourage, spielten hierzu ein Rollenspiel und werteten unser Verhalten aus. Es war sehr spannend.

Abends füllte sich das Kölibri mit weiteren Interessierten, da es noch ein Zeitzeugengespräch mit einem Überlebenden des Holocaust , dem Sinto Walter Winter gab. Zu diesem Teil von Respekt kamen sehr viele Menschen aller Altersgruppen. Es war wieder ein sehr interessanter Tag und ich freue mich schon auf Respekt* 8 im nächsten Jahr und neue spannende Workshops.

 

Einen weiteren Bericht über Respekt* findest du hier.






Spanientour 2009

Ein Reisebericht über eine Tour zum Spanischen Bürgerkrieg


21 Tage, 26 Menschen, 3 Busse, mehr als 5000 km quer durch Europa und ein Thema: Der spanische Bürgerkrieg. Den Anfang nahm unser „kleiner“ Roadtrip am 1. August in aller Frühe am Hamburger Hauptbahnhof. Kurz nach Sonnenaufgang kamen die noch etwas müden Abenteuerlustigen zusammen, um die Wagen für die bevorstehende Zeit zu beladen. Einige noch etwas schläfrig und teilweise nur mit Kaffee wach zuhalten, andere wiederum fit wie’n Turnschuh nur leider ohne Ausweis. Aber alle freudig erregt was die nächsten Wochen wohl so bringen werden. Doch eigentlich hatte die Reise schon einige Wochen vorher mit unseren Vorbereitungsseminaren begonnen, denn wir wollten den weiten Weg nach Spanien nicht nur auf Grund des guten Wetters und des Strandes machen, sondern neben diesen - zugegeben, sehr attraktiven - Randbedingungen auch noch ein inhaltliches Thema behandeln: Den spanischen Bürgerkrieg (1936-1939). Neben der inhaltlichen Vorbereitung gehören zu Sommer, Sonne, Socialismo auch immer die Selbstorganisation: Die Reiseroute musste ausgeheckt, der Tagesablauf geplant und geguckt werden, was sonst noch alles so bedacht werden muss.

Nun aber zurück zur eigentlichen Reise. Über die Kasseler Berge ging die erste Etappe bis kurz hinter die französische Grenze. Auf einem gemütlichen Campingplatz im Elsass musste nun das erste Mal geübt werden, was für uns in den darauf folgenden Wochen zur Routine werden sollte:

Autos ausräumen, Zelte aufbauen und Essen machen. Glücklicherweise konnte auch hier schon unser beinahe tägliches Baderitual beginnen. Zwischen Zeltstangen und Kartoffelwasser wurde schon unser tägliches Plenum abgehalten. Am nächsten Tag musste dann das nächste, dieses Mal etwas unangenehmere Ritual einstudiert werden – das Aufräumen und einpacken. Die nächste Etappe sollte uns bis in den tiefsten Süden Frankreichs, nach St. Jean deBarrou bringen. Dort warteten nach über 800 km netterweise schon ein gedeckter Tisch und Nudeln auf uns. Am nächsten Morgen, gut gesättigt von frischen Baguettes, bewegte sich unser stattlicher Autokonvoi erst einmal directamente an den nächstgelegenen Mittelmeerstrand. Weiter ging es dann über die spanische Grenze, in die Nähe von Olot. Dort, auf einem alten Gehöft, sollten wir neben einem Schwein und Beeten, nun das erste Mal unsere Heringe in spanischen Boden hauen und zudem die einheimische Insektenvielfalt kennen lernen. Bei 38°C und nur einem Badezimmer für alle wurden die nahe gelegenen Wasserreservoirs nur allzu dankbar für mehrstündige Badeaktionen angesteuert. Auch unsere Tagesteams, die jeweils für einen Tag die Mahlzeiten und den Tagesablauf planten, mussten sich nun in der Praxis beweisen. Von Olot aus ging die Fahrt weiter in eine kleine Stadt namens Batea, welches in der Nähe des Flusses Ebro liegt. Die Stadt stellte uns ihr neu gebautes Gästehaus zur Verfügung, welches durch seine zahlreichen Bäder, richtigen Matratzen und die Abwesenheit von Insekten glänzte. Hier begannen nun auch endlich unsere Workshops und somit der inhaltliche Teil der Reise. Zu einer der wenigen noch existierenden und sichtbaren historischen Stätten des spanischen Bürgerkriegs gehörte auch das komplett zerbombte und in eben dieser Form erhaltene Dorf Corbera d’Ebre, welches auch mir sehr half, mir die Situation damals in diesem Gebiet lebhaft vorzustellen.

Strand Wir wollen ans Meer!“, aus dem Landesinneren ging die Reise weiter an die Küste zu einem, für meine Vorstellungen maßlos überfüllten Campingplatz, mit ätzendem Nachtwächter und Kleingartenmentalität. Also wurde schon am nächsten Tag ein Erkundungsteam entsandt, um nach einer Alternative zu suchen, die sie glücklicherweise dann auch fand. An diesem direkt am Ebrodelta gelegen Campingplatz sollten wir auch unser Bergfest zelebrieren. Mittlerweile waren schon kleinere und größere Aufregungen überstanden. Auch an die sehr langwierigen und aufwendigen Einkäufe und Transportbedingungen hatten wir uns mittlerweile „gewöhnt“.

Nach einigen Tagen am Ebrodelta sollte es endlich weiter ins schöne Barcelona gehen. Da sich das Campen direkt in Barca etwas schwierig gestaltet, quartierten wir uns ca. 25 km von der Stadt entfernt in einem sehr grünen und - bis zu unserer Ankunft - auch sehr ruhigen Campingplatz ein. In Barcelona trafen wir dann eine Gruppe älterer Menschen, die entweder direkt oder indirekt (über ihre Eltern) am Spanischen Bürgerkrieg beteiligt waren oder unter der Diktatur Francos gelitten hatten. Diese sehr nette Gruppe lud uns zunächst in ein Gewerkschaftshaus ein, in dem uns das älteste Gruppenmitglied etwas über seine Geschichte im Spanischen Bürgerkrieg erzählte und durch seine Erinnerungen veranschaulichte. Danach ging es als Hauptprogrammpunkt in den ehemaligen Steinbruch, wo unter Franco und seinen Schergen nach der Niederlage der republikanischen Kräfte mehrere zehntausend Menschen exekutiert wurden und welcher heute als Gedenkstätte dient. Zu guter Letzt wurden wir dann noch zum Essen eingeladen und konnten in kleinerem Rahmen mehr über die einzelnen Geschichten unserer GastgeberInnen erfahren. Neben dem inhaltlichen Teil gab es in Barcelona auch viel Zeit und noch viel mehr Möglichkeiten, sich die verschiedenen Sehenswürdigkeiten und Geschäfte anzugucken und die Stadt ein wenig auf eigene Faust zu erkunden.

Aber auch unsere Zeit in Barcelona musste ja irgend wann vorbei gehen. Und so traten wir die letzte Etappe unserer Reise an. Zurück über die französische Grenze in die kleine Stadt Elne, die uns in ihr Soziales Zentrum eingeladen hatten.

Wir wurden in Elne sehr herzlich aufgenommen, obwohl wir an unserem Ankunftstag erst spät in der Nacht ankamen und nicht genau wussten, wo wir nun schlafen sollten. Auch in Elne gab es noch einen Programmpunkt zum Spanischen Bürgerkrieg: Der Besuch eines Geburtshauses, das nach dem Ende des Bürgerkriegs von einer Schweizer Krankenschwester am Stadtrand von Elne errichtet wurde. Da die französische Regierung die vielen Bürgerkriegsflüchtlinge direkt hinter der Grenze in riesigen Internierungslagern am Strand einsperrte und diese Situation unter anderem zu einer Kindersterblichkeitsrate von über 90% führte, sorgte die Krankenschwester Elisabeth Eidenbenz dafür, dass wenigstens schwangeren Müttern und ihren Neugeborenen geholfen werden konnte.

Von Elne ging es nun auf die Heimreise. Da Hamburg aber ziemlich weit vom warmen Süden Frankreichs weg ist und auch noch eine Abschlussfest ins Haus stand, kehrten wir noch einmal in St. Jean de Barrou ein und verbrachten den Abend mit leckerem Essen und Baden am Stand.

Eine Reise ging vorbei und eine lange, lange Rückfahrt folgte…. Um schlussendlich mit lauter Musik und Freude über Hamburg, Familie und FreundInnen, die endlich wieder in die Arme geschlossen werden konnten, eine spannende Reise enden zulassen.

Danke an alle. Es hat viel Spaß gemacht, auch wenn es

nicht immer ganz unanstrengend war =).






Es muss sich etwas ändern!

Vom 15.6.-19.6.2009 wurden die Schüler/-innen und Studenten/-innen zum bundesweiten Bildungsstreik aufgerufen.


Laut Polizei nahmen mehr als 10.000 Teilnehmer an der Demo für eine bessere Bildung teil. Die Organisatoren zählten 20.000 Teilnehmer in Hamburg. Laut gerufene Forderungen begleiteten den Bildungsstreik

Demozug von der Uni bis zum Rathausmarkt. Unter dem Motto „gebührenfreie Bildung für alle“, beteiligten sich Kitas, Schulen, Weiterbildungsträger und die Universitäten. Aber auch andere Forderungen wie „eine Schule für Alle“ und, gegen Schulverkürzung!“ wurden gerufen und gefordert. Überall sah man Plakate, Fahnen und gelbe T-Shirts, die extra für die Demo angefertigt wurden. Der „Lauti“sorgte mit Musik und coolen Sprüchen für die gute Stimmung. Das alles wurde noch durch die Mithilfe der Sonne unterstützt. Am Ziel des Demozuges, dem Rathausmarkt, wurden die Forderungen nochmal extra laut gerufen. Die Polizisten versammelten sich vor dem Rathaus zu einer Art Mauer. Es gab aber keine ernsthaften Ausschreitungen. Zum Schluss gab es noch einige Reden von Leuten, die sich am Bildungsstreik beteiligt haben, die mit Beifall bejubelt wurden. Die Teilnehmer haben eine klare Meinung und Forderung:

Es muss sich was ändern!!

Auch wir, die Falken, beteiligten uns am Bildungsstreik. Viele von uns gingen auf die Straße, um für eine bessere Bildung zu demonstrieren. Die Stadtteilgruppe “red answer” traf sich vor dem Bildungsstreik mit anderen Organisatoren des Bildungsstreiks. Es wurden Meinungen ausgetauscht und ein Transparent für die Demo angefertigt,das dann auf der Demo stolz von den Falken präsentiert wurde. “red answer” fertigte auch Buttons für die Demo an, auf denen die Forderungen für eine bessere Bildung zu lesen sind. Mit unseren Falkenfahnen waren wir auch auf der Demo präsent und zeigten somit, dass die Falken sich am Bildungsstreik beteiligten.




Sozialismus fängt mit F! an

Bericht von der 33. Bundeskonferenz der Sozialistischen Jugend - die Falken in Karlsruhe vom 21. - 24. Mai.2009


Um halb 5 Uhr aufstehen macht keinen Spaß, aber wenn mensch eine Zugfahrt vor sich hat und sich sicher sein kann, das verlängerte Wochenende mit GenossInnen aus dem ganzen Bundesgebiet zu verbringen wird es doch einigermaßen erträglich.

Um kurz nach 6 Uhr fuhr der ICE richtung Karlsruhe am Hauptbahnhof ab. Die 4,5 Stunden bis zum Ort der Bundeskonferenz wurde von unseren Delegierten noch zur ausgiebigen Beschäftigung mit den Konferenzunterlagen genutzt, zumal auch einige Anträge auch noch reichlich Gesprächsbedarf verursachten.

Mittags ging es dann los – Grußworte, nochmal Grußworte und nochmal Grußworte. Für den Großteil der aus Hamburg mitgereisten war diese die erste Bundeskonferenz und so war auch alles etwas neu, etwas ungewohnt und auch etwas aufregend. Es kommt ja nicht andauernd vor, dass Formalitäten und Falken aufeinandertreffen.

Die Berichte des ehemaligen Bundesvorstandes riefen dann auch nochmal einige Erinnerungen wach, da wir als Hamburger Falken an vielen Seminaren beteiligt waren und diese Teilweise ja auch mit von Hamburger Falken mit organisiert wurden, wie z.B. der Sozialismuskongress in Berlin.

Abends, nach dem ersten Konferenztag, trafen sich dann etliche Falken in der „ Planwirtschaft“ einem Stadtteilcafé der Karlsruher Falken (hier muss ich anmerken – ein sehr schmucker Laden), wo wir uns endlich auch mal mit unseren FreundInnen aus Leipzig anderen Städten zusammensetzen konnten.

Freitag ging es dann nach einem Impulsreferat zum Thema Demokratisierung weiter, bevor wir uns in Arbeitsgruppen aufteilten in denen zu zukünftigen Projekten Ideen gesammelt und sich über das ein oder andere Thema eine Meinung gebildet wurde.

Am Nachmittag wurde unser alte Bundesvorsitzender Sven Frye mit großer Mehrheit wiedergewählt und somit im Amt bestätigt. Das Schweinesystem

Abends ging es dann ins Haus der Jugendverbände, das Anne-Frank-Hauss, wo es zum einen Disko für Tanzwütige und alternativ auf der Wiese hocken und singen angeboten wurde.

Am Samstag gab es dann neben der Wahl des restlichen Bundesvorstandes dann auch erstmals laute Debatten, in denen mal mehr, mal weniger sachlich gestritten wurde. Hier wurde sehr deutlich, wie vielseitig Falken sind und wie unterschiedlich Falkenarbeit aussehen kann. Schön war wiederum auch zu sehen, dass in wichtigen inhaltlichen Fragen Einigkeit besteht.   

Auch der Samstagabend wurde zusammen im Anne-Frank-Haus verbracht. Die Mädchen- und Frauenpolitische Kommission lud zu einem Couchgespräch ein, bei dem Genossinnen aus d er Arbeit der Kommission der vergangenen Jahre, über Erfolge als auch Probleme in ihrer Arbeit berichteten.

Der Sonntag begann mit einer Protestaktion, bei der die Bundeskonferenz vor dem Bundesverfassungsgericht die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz forderte.

Nach den letzten notwendigen Wahlen ging es dann wieder nach Hamburg.

Abschließend lässt sich sagen, dass eine Bundeskonferenz eine aufregende Sache ist, wofür es sich lohnt früh aufzustehen und lange Zugfahrten auf sich zu nehmen. Jetzt gilt es Ideen auf zugreifen und neue Projekte zu initiiren und am Ast des kapitalistischen Schweinesystems zu sägen.

In zwei Jahre, bei der nächsten Bundeskonferenz, sind wir hoffentlich ein Stück weiter.


Hamburg meets Leipzig in Berlin


Erinnert sich wer noch? Mit dem Zeltlager im Saarland fing alles an: Da waren mit Tilmann und Stefan zwei sympatische junge Männer als Helfer am Start, die gu te Verbindungen zu den Falken aus Leipzig haben und die Hamburger Falken ganz heiß darauf gemacht hatten, diese mal näher kennen zu lernen. Das wurde dann auch flott angegangen: im November 2007 gings nach Leipzig, zum 1. Mai 2008 kamen die GenossInnen nach Hamburg. Und in diesem Jahr trafen wir uns in der Mitte: Mit Berlin war der Ort gefunden, der nicht nur von beiden Städten aus gut zu erreichen ist. Berlin ist auch eine Stadt, die prima zum Thema „Alternatives Leben“ passt. Von Hamburg aus startete eine Gruppe direkt im Anschluss an das Spielfest zum Tag der Arbeit. Eine andere Gruppe war schon am Vorabend nach Hannover gedüst, wo die Nazis eine große Veranstaltung abhalten wollten (was ihnen aber dort nicht erlaubt war und nicht gelang). In Berlin wurde in der schon vom Israel-Austausch bekannten „Villa Freundschaft“ der Falken aus Wedding gepennt. Das war ganz schön kuschelig, denn insgesamt kamen locker über 20 Leute aus beiden Städten zusammen. Die von Rinske ausgearbeitete kleine Führung zu Orten alternativen Lebens in Kreuzberg („Bauwagenplatz Lohmühle“ und „Bethanien“) bildete am Samstag den Auftakt zum Thema. Passend dazu besuchten wir am Abend die Party einer Berliner-Exil-Falken-WG in Neu-Kölln. Und am Sonntag workshoppten wir noch ein gutes Stündchen mit müden Augen zum Thema „was ist das alternative am alternativen Leben?“. Ach ja: Die generell doch etwas langen Fahrzeiten im Öffentlichen Nahverkehr Berlins lassen sich übrigens prima mit lustigen Spielen verkürzen. Und das nicht nur zum Spaß für die Falken aus Hamburg und Leipzig!



Klappe die zweite


Vorbereitung auf die Reise zum Thema Spanischer Bürgerkrieg



Weil Beteiligung ud Mitbestimmung bei den Hamburger Falken groß geschrieben werden, ging es schon zum zweiten Mal mit allen, die im Sommer mit nach Spanien  fahren wollen, auf ein Seminarwochenende.

Diesmal ins Seminarhaus Högener Wisch bei Hägen (ja, genau dort, wo die Hühner und Schafe im Garten rumlaufen... und dort auch den einen oder anderen Haufen liegen lassen...). Egal. Etwas wichtiger und interessanter war dann doch das Programm: Reichlich Gruppenaction aus der erlebnis-pädagogischen Wundertüte, Workshops zum Thema „Spanischer Bürgerkrieg“, gemeinsam spanische Gerichte kochen (ist dann doch für so einge etwas sehr Ungewohntes),

Tischtennis und durch die dunkle Nacht wandern. Also eine bunte Mischung aus Sachen für Hand, Hirn, Herz (und Magen).

Am Samstag vormittag wurden in verschiendenen Arbeitsgruppen mal einzelne, wichtige Aspekte des Spanischen Bürgerkriegs genauer unter die Lupe genommen: Die Interbrigaden, die wichtigen Parteien und Gewerkschaften, die Faschisten und der Ablauf der Ereignisse in Spanien zwischen 1936 und 1939.

Am Nachmittag waren dann noch weitere Fähigkeiten gefordert: Den Boden nicht unter den Füßen verlieren, blind zusammenarbeiten und ein Ei mit Strohhalmen so verpacken, dass es auch nach einem Fall aus drei Meter Höhe nicht gecrasht. Und nach Einbruch der Dunkelheit ging es dann richtig an die Nerven: Auf dunklen Feldwegen und großen Wiesen oder hinter Hecken, überall lauterte der Schrecken (reimt sich ja sogar irgendwie). Wer das überlebt hatte, konnte nicht nur lekker Kakao am Lagerfeuer trinken, sondern wird auch weiterhin einen Platz in einem der 9-Sitzer nach Spanien einnehmen können.





Besuch der Gedenkstätte Bullenhuser Damm


Gedenktafel am Bullenhuser Damm

Sonntag und Nieselregen ... eigentlich zwei gute Gründe nicht das Haus zu verlassen und es sich zu Hause gemütlich zu machen. Stattdessen trafen sich ein paar FalkenVormittags an der S-Bahn Sternschanze, um die Gedenkstätte am Bullenhuser Damm, einem Außenlager des KZ Neuengammes, zu besuchen und sich mit dem Morden der Nazis im 3. Reich auseinander zu setzen. Am 20.4.1945 wurden am Bullenhuser Damm 48 Menschen, nachdem sie für <<medizinische>> Versuche missbraucht wurden, erhängt. Darunter waren auch 20 Kinder, die vom KZ-Ausschwitz nach Neuengamme depotiert wurden, dort der Folter des dortigen KZ-Arztes Heißmeyer ausgeliefert waren und aus Angst, die Alliierten könnten die Verbrechen der Nazis entdecken, in der damaligen Schule am Bullenhuser Damm gehängt wurden.

Die Justiz der BRD war nicht in der Lage und nicht Willens, den verantwortlichen SS-Obersturmführer Strippel je für diese Taten zu belangen.

Nachmittags beschäftigten wir uns mit dem Widerstand der Edelweißpiraten, und auch wenn der Tag anstrengend, das Thema ernst und die Unterhaltungen konzenriert waren, schön war der Tag trotzdem - trotz Nieselregen und Sonntag.

 

 

Der Bullenhuser Damm

Eine alte Schule auf einen verlassen Gelände in einer verlassen Gegend. Alles wirkt irgendwie einsam und grau. Ob das etwas mit den Denkmal zu tun hat ? Zumindest erzählt dieses Denkmal eine graue bzw. schreckliche Geschichte über Kinder, die auf schreckliche Art und Weise gestorben sind. Josef Mengele, der Lagerarzt im Konzentrationslager Auschwitz war, erhielt die Aufgabe 20 Jüdische Kinder für pseudomedizinische Versuche ins KZ Neuengamme (Hamburg) zu schicken. Dort sollten sie dem SS Arzt Kurt Heißmeyer zur Verfügung stehen, damit dieser an Ihnen Menschenversuche zur Entwicklung von Impfstoffen gegen Tuberkulose ausführen konnte. Am 27. November 1944 wurden die Kinder, begleitet von drei polnischen Krankenschwestern und einer Ärztin, zum Bahnhof gebracht. Kurz vorher bekamen sie mehr Essen als sonst.

Zwei Tage nach der Ankunft kümmerten sich zwei holländische Häftlinge sowie zwei französische Professoren um die Kinder. Die drei polnischen Krankenschwestern wurden fünf Tage nach ihrer Ankunft erhängt. Die belgische Ärztin Paulina Trocki wurde in ein anderes KZ gebracht. Heißmeyer hatte bereits im Juni 1944 im KZ Neuengamme Menschenversuche an russischen Kriegsgefangenen vorgenommen. Es kam zur keiner Bildung von Antikörper, dies war durch Veröffentlichungen bereits bekannt gegeben. Dennoch forderte Heißmeyer die 20 Kinder für seine Versuche an. Der Gefangene Herbert Kirst musste den zehn Jungen und zehn Mädchen, neben vierzehn Polinnen und Polen einem niederländischen Brüderpaar, zwei Franzosen, einem Jugoslawen und einem Italiener, in die Brust schneiden und die Bakterienlösung in die Wunde einreiben.

Innerhalb von zwei Tagen brach bei den Kindern hohes Fieber aus. Aber damit nicht genug. An den sowieso schon geschwächten Kindern wurden einer zweiten Versuchsreihe vollzogen. Heißmeyer schob einen Gummischlauch durch die Luftröhre der Kinder hinein in die Lungenflügel, um eine Lösung mit Tuberkulose Bakterien direkt in die Lunge mit einen Becher einzugießen. Dabei kam es zu Verletzungen und Blutungen der Lungen der Kinder. Kurz darauf musste der tschechische Häftlingsarzt Bogumil Doclik, den Kindern die Lymphdrüsen herausoperieren. Sie bekamen dort eine Betäubung. Es hatten sich keine Anti Körper gebildet. Als britische Soldaten bereits die Grenzen von Hamburg erreicht haben, sollten die Kinder beseitigt werden, um die Spuren dieses Verbrechen zu verwischen.

Am späten Abend des 20. April 1945 wurden die Kinder an der lehrstehenden Schule in den Keller gebracht. Ihnen wurde von Johann Frahm Stricke über den Hals geworfen und er erhängte die Kinder an zwei Haken im Heizungskeller. Es wird vermutet, dass die Leichen von Arnold Strippel, der die Mordaktion leitete zurück zum KZ Neuengamme gebracht und verbrannt wurden.


Im Gedanken an,


Altmann, Mania, 5 Jahre alt, Polin ,Birnbaum, Lelka, 12 Jahre alt, Polin

De Simone, Sergio, 7 Jahre alt, Italiener, Goldinger, Surcis, 11 Jahre alt, Polin

Herszberg, Riwka, 7 Jahre alt, Polin ,Hornemann, Alexander, 8 Jahre alt, Niederländer

Hornemann, Eduard, 12 Jahre alt, Niederländer, James, Marek, 6 Jahre alt, Pole

Junglieb, W., 12 Jahre alt, Jugoslawe, Klygermann, Lea, 8 Jahre alt, Polin

Kohn, Georges-André, 12 Jahre alt, Franzose, Mekler, Bluma, 11 Jahre alt, Polin

Morgenstern Jacqueline, 12 Jahre alt, Französin, Reichenbaum, Eduard, 10 Jahre alt, Pole

Steinbaum, Marek, 10 Jahre alt, Pole, Wassermann, H., 8 Jahre alt, Polin

Witónska, Eleonora, 5 Jahre alt, Polin, Witónski, Roman, 7 Jahre alt, Pole

Zeller, Roman, 12 Jahre alt, Pole, Zylberberg, Ruchla, 9 Jahre alt, Polin


die alle dieses schrecklich Leid ertragen mussten.


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